Berichtigung zu Seite 86: Die erwähnte Jahreszahl 1434 trifft nicht zu. Die erste Ziffer ist eine eins. Die zweite Ziffer ist nach damaliger Schreibweise als fünf zu lesen. Der große Abstand nach der zweiten Ziffer wird als Null gedeutet, die vierte Ziffer dann eine drei. Also ist die richtige Jahreszahl 1503. unten: Dokumentation Seite 97
Das Mudauer Bahnhofsgebäude
Das Mudauer Bahnhofsgebäude Mit dem Bau der Nebenbahn Mosbach–Mudau erhielt die Endstation Mudau ein repräsentatives Empfangsgebäude. Besonders eindrucksvoll war der Treppenturm, der charakteristisch das äußere Erscheinungsbild prägte. Stolze Ansichten des Bahnhofs mit dem Empfangsgebäude zierten viele Ansichtskarten. Leider traf den Treppenturm – ebenso wie den Mudauer Kirchturm – im Zweiten Weltkrieg ein Treffer, er wurde anschließend nicht wieder aufgebaut. Die Bahnstrecke wurde Anfang der 1970er Jahre eingestellt; heute steht das Gebäude leer und verfällt. Als Blickfang erinnert eine alte Dampflok aus früheren Zeiten an die Dampflokära.
Das Lagerhaus
„Die Getreidelagerhaus G. m. b. H. wurde 1910 gegründet als eine landw. Genossenschaft, welche dem Landw. Genossenschaftsverband Karlsruhe angeschlossen wurde. In der Nähe des Bahnhofs wurde ein schönes, geräumiges Lagerhaus errichtet. Die Genossenschaft erwies sich als ein Segen für die Odenwälder Landwirte, die ihre Erzeugnisse jetzt direkt am Lagerhaus anliefern und nicht mehr von etwa erscheinenden Händlern abhängen. Mit Ausnahme von zwei Jahren hatte die Genossenschaft nur gute Bilanzen mit ansehnlichen Reingewinnen aufzuweisen.“ Soweit das Mudauer Heimatbuch von Theodor Humpert. Damals waren die Straßen nicht für größere Transporte geeignet, es gab auch keinerlei geeignete Fahrzeuge. Die Eisenbahn war das einzig Transportmittel für die landwirtschaftlichen Erzeugnisse des Odenwalds natürlich auch für das anfallende Holz. Die kleine Nebenbahn war damals äußerst wichtig für die Versorgung der Bevölkerung und den Abtransport der erzeugten Güter.
Das ehemalige Postamt
Einen geregelten Postverkehr gab es in früherer Zeit im Odenwald nicht. Erst mit der Verordnung von 1859 erhielten die Gemeinden des Großherzogtums Baden die „Wohltat eines regelmäßigen und gesicherten Postverkehrs“. In Mudau wurde eine „Großherzoglich Badische Postablage“ beim Ratschreiber eingerichtet. Die zuständige Posthalterei war Buchen. Im Jahre 1872 beim Übergang der Post an das Reich wurde Mudau „Kaiserliche Postagentur“ . Diese wurde 1889 in ein Postamt zweiter Klasse umgewandelt und war im ehemaligen Kaufhaus Schäfer untergebracht. 1907 wurde das Gebäude in der Scheidentaler Straße als „Kaiserliches Postamt“ erbaut. Das Postamt Mudau wurde 1982 zum „Zustellpostamt und 1996 zur „Postfiliale“ abgestuft, im Jahre 2003 ganz geschlossen. Hans Slama, Kulturhistorischer Rundweg Mudau Das Postamtsgebäude in der Scheidentaler Straße wurde in den Jahren 1906/07 vom damaligen Postamtsvorsteher Postsekretär Bernhard Heiß erbaut und an die Kaiserliche Reichspost vermietet.
Die Odenwaldhalle
Die Odenwaldhalle: 1956 Beschluß des Gemeinderats zu Bau der Halle 1958 Grundsteinlegung mit Fest 1961 Fertigstellung der Halle 1985 Beginn von Sanierungsmaßnahmen 1986 Gesamtsanierung 1989 Wiedereröffnung
Das neue Rathaus
Das neue Rathaus Das Rathaus steht in der Schloßauer Straße und erzählt die Geschichte Schulwesens in Mudau. Zuvor war das alte Schulhaus gegenüber der Pfarrkirche zu klein geworden, weshalb man sich für einen Neubau entschied. In den Jahren 1911 bis 1912 wurde dieser Schulneubau verwirklicht. Im Krieg spielte das Gebäude eine besondere Rolle: Eine Abteilung des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Strahlenforschung wurde nach Mudau ausgelagert. Die Folge war eine Bombardierung Mudaus durch die Amerikaner im Jahr 1945, wodurch die Schule vollständig zerstört wurde. Der Wiederaufbau erfolgte daraufhin in den Jahren 1946 und 1947, sodass der Schulbetrieb Ende 1947 wieder im Gebäude aufgenommen werden konnte. Mit wachsender Schülerzahl, die 400 und mehr überschritt, wurden die Räumlichkeiten erneut zu klein. Die Gemeinde errichtete daraufhin einen Schulneubau im Gewann „Weller“, dessen Fertigstellung 1967 erfolgte. Das leer werdende Schulgebäude wurde daraufhin umgebaut und generalsaniert, sodass die Gemeindeverwaltung im Jahr 1984 neue Räumlichkeiten im ehemaligen Schulhaus beziehen konnte. Inzwischen wurde das Rathaus erneut saniert und sowohl energetisch als auch barrierefrei auf den neuesten Stand gebracht, um den Anforderungen der Gegenwart gerecht zu werden.
Das neue Schulhaus
Lebenslauf des neuen Schulgebäudes im „Weller“ 1966 Grundsteinlegung und Bau 1967 Einweihung 1979 Erweiterungsbau mit Sporthalle übergeben 1993 Einweihung der erweiterten und sanierten Schule und Übergabe der neuen Räumlichkeiten
Das Schwesternhaus / Vincentiushaus
Das Mudauer Schwesternhaus / St. Vincentiushaus Das Mudauer Schwesternhaus in der Langenelzer Straße wurde 1899 errichtet und 1900 bezogen. Bereits 1890 waren zwei Schwestern in Mudau tätig, die eine „Kleinkinderschule“ betrieben, die im Rathaus untergebracht war. Die Schwestern waren zunächst St. Vincentius-Schwestern, später wurden sie vom Kloster in Neusatzeck nach Mudau entsandt. Teilweise waren bis zu sieben Schwestern in Mudau segensreich tätig. Am Anfang waren sie nicht nur für Mudau, sondern auch für die umliegenden Orte zuständig. Im Schwesternhaus waren neben dem Kindergarten auch eine Station für ambulante Krankenpflege untergebracht, die ebenfalls von den Schwestern betrieben wurde. Ebenfalls befand sich eine Unterbringungsmöglichkeit für Arme und Alte in dem Haus. Es war, wie man heute sagen würde, die Sozialstation für Mudau und Umgebung. Die Schwestern betrieben auch eine Nähschule. Finanzell unterstützt wurden die Schwestern vom hiesigen St. Vincentiusverein, einem Anna-Frauenverein sowie auch von ausgewanderten Mudauern. Nach dem Umzug des Kindergartens in ein neues Gebäude (1959) wurde im alten Schwesternhaus nur noch als Wohnungen vermietet, bis es zuletzt ganz leer stand. Die letzten Schwestern verließen Mudau im Jahre 1981. Im Frühjahr 2025 wurde das Schwesternhaus abgerissen; es entsteht auf gleicher Fläche ein modernes Kinderartengebäude. Zusammenfassung aus dem Buch "900 Jahre Mudauer Odenwald" von Hans Slama