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Exkursion des Heimat- und Verkehrsvereins in Steinbach
Steinbach. Zwei relativ unbekannte, aber interessante Kulturdenkmale auf Steinbacher Gemarkung waren das Ziel einer geführten Wanderung des Heimat- und Verkehrsvereins Mudau, zu der Hans Slama zahlreiche Interessenten begrüßte.
Die Wanderer starteten am "Rotbächle", wo der Sage nach ein See gewesen sein soll. In diesem kamen die Seejungfrauen ums Leben, weil sie von der Steinbacher "Spinnstube" zu spät zurückkehrten. Die Steinbacher Burschen hatten die Uhr verstellt. Hier konnte zudem die Geschichte von Steinbach, dem Odenwald und dem ehemaligen Mainzer Hof erläutert werden.
An mehreren Haltepunkten ging Slama auf die ehemalige Waldwirtschaft, die Geschichte des Waldes, Klima, Geologie, die Jagd und anderes ein. Am "Saustall" oder "Saufang", inmitten des Waldes und nahe Hettigenbeuern, erläuterte Hans Slama die ehemalige Eichelmast, die Schweinehaltung mit Schweinehirten, die Bedeutung des Schweines für den Menschen und die Ablösung der Waldrechte der Bauern.
Das noch gut erhaltene Kulturdenkmal diente den ehemaligen Steinbacher Hofbauern, weitab des Dorfes monatelang als Aufenthaltsort für ihre Schweine, um diese mit Eicheln mästen zu können. Im Jahre 1860 löste Leiningen, das aus jagdlichen Gründen keine Schweine im Wald dulden wollte, das althergebrachte Recht der Hofbauern ab. Das dafür erhaltene Geld bildete den Grundstock für den Bau des Pfarrhauses.
An den Steinsärgen angekommen konnte an der Form deren Name "Trapezsärge" erklärt werden. Sie stammen aus dem 12. Jahrhundert und wurden main- und rheinabwärts verschifft. Särge dieser Art finden sich rund um Amorbach und Miltenberg. Das Kloster Amorbach könnte nicht nur Abnehmer, sondern auch Hersteller und Händler gewesen sein. Die Tradition der Steinsärge geht im Odenwald bis auf die Römer zurück. L.M.
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